Buch & Kritik 2018.2

Friedrich Pollock


Donnerstag, 11.10.2018, 18:30 Uhr

Friedrich Pollock - Marxistische Schriften”

Buchvorstellung mit dem Herausgeber Philipp Lenhard (München)

Friedrich Pollock (1894-1970) steht als bedeutendster Ökonom des Instituts für Sozialforschung zu Unrecht im Schatten der großen Denker der Kritischen Theorie. Sein Werk hat zwar das Denken Adornos, Horkheimers, Neumanns oder Marcuses in vielerlei Hinsicht mitgeprägt, es harrt aber immer noch der Anerkennung als originärer Beitrag zur "Frankfurter Schule". Die Edition der auf sechs Bände angelegten Gesammelten Schriften soll Pollock endlich ins Blickfeld all derer rücken, die Kritische Theorie nicht als abgeschlossene Denkschule betrachten, sondern als stets neu an der Gegenwart auszurichtendes kritisches Bewusstsein des falschen Ganzen.
Philipp Lenhard, Herausgeber der "Gesammelten Schriften", wird den soeben erschienenen ersten Band vorstellen, der die "Marxistischen Schriften" aus der Zeit vor 1933 enthält. Dabei wird er neben einer werkbiographischen Einführung vor allem die Frage ins Zentrum stellen, wie das Verhältnis von Kritischer Theorie und Marxismus angemessen zu charakterisieren ist.



Freiheit ist keine Metapher


Dienstag, 30.10.2018, 19:30 Uhr

Freiheit ist keine Metapher - Antisemitismus, Migration, Rassismus, Religionskritik”

Buchvorstellung mit dem Herausgeber Vojin Saša Vukadinović (Berlin) und den Autoren Ali Tonguç Ertuğrul und Sabri Deniz Martin (beide Frankfurt)


Nach „Beißreflexe“ und „Feministisch streiten“ der nächste Debattenbeitrag: ein Sammelband zu wesentlichen Fehlentwicklungen in der Wissenschaft und im Aktivismus.
Die Literaturwissenschaftlerin Silvia Bovenschen hat einmal bemerkt, dass vermutlich jede Bewegung irgendwann ihre eigene Karikatur hervorbringt. Der Genderfeminismus, der Antirassismus und der Queerfeminismus sind ebendies: Karikaturen geschlechter-, migrations- und sexualpolitischer Emanzipationsregungen. Dieser Sammelband geht jenem Verrat an der Mündigkeit auf den Grund. Am Beispiel von Antisemitismus, Migration, Rassismus und Religionskritik widmen sich rund vierzig Beiträge den zugehörigen Fehlentwicklungen in Wissenschaft und Aktivismus und zeigen zugleich Alternativen auf, indem sie an das doppelte Glücksversprechen der Emanzipation und der Freiheit erinnern.


Deutsche Arbeit


Dienstag, 06.11.2018, 19:30 Uhr

"'Deutsche Arbeit' - Kritische Perspektiven auf ein ideologisches Selbstbild”

Buchvorstellung mit den Herausgebern Felix Axster und Nikolas Lelle (beide Berlin)


Der Topos „Deutsche Arbeit“ entstand Mitte des 19. Jahrhunderts und verknüpfte Vorstellungen von Arbeitsmoral und nationalem Charakter.
Während des NS-Regimes wurde er – als konstitutiver Bestandteil des Konzepts der „Volksgemeinschaft“ – in besonderer Weise wirkmächtig. Das Buch geht der Genese dieses ideologischen Selbstbildes nach. Die Beiträge untersuchen, in welcher Weise Arbeit nationalistisch aufgeladen und im Gegenzug die Ideologie des Nationalen durch den Arbeitsbegriff konturiert wurde. Ebenso wird nach dem Potenzial der Ausgrenzung gefragt, das im Antisemitismus und der Vernichtungspolitik des „Dritten Reichs“ kulminierte. Schließlich wird die Frage aufgeworfen, wie sich die spezifische Radikalisierung des Topos „Deutsche Arbeit“ durch den Nationalsozialismus fassen lässt und welchen Effekt die Erkenntnis der longue durée dieses Topos‘ auf die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte hat.
Felix Axster und Nikolas Lelle werden an diesem Abend in das Buch einführen, zwei Aufsätze ausführlicher vorstellen und dann die Frage nach der Aktualität des Topos „Deutsche Arbeit“ zur Diskussion stellen. Dabei geht es auch und vor allem um den Versuch, gegenwärtig in Deutschland geführte Debatten über Arbeit, die im Zuge der Wirtschaftskrise wieder verstärkt Konjunktur haben, historisch zu kontextualisieren und auf Bruchstellen und Kontinuitätslinien hin zu befragen.




Karl Marx in Paris


Dienstag, 13.11.2018, 19:30 Uhr

Buchvorstellung mit dem Autor Jan Gerber (Halle/ Saale)

Im 200. Jahr nach seiner Geburt hat Marx erneut Konjunktur. So erschienen nicht nur zwei Dutzend Bücher über sein Leben und Werk, auch das Feuilleton überschlägt sich mit Würdigungen. Ob Dietmar Bartsch von der Linkspartei, Hans Werner Sinn vom IFO-Institut, das „Handelsblatt“, die „FAZ“ oder die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands: Sie alle sind der Meinung, dass Marx überaus aktuell sei. All diese Würdigungen kommen jedoch in der Regel ohne jeden Hinweis auf das bereits stattgefundene Dementi mindestens eines Teils der Marx’schen Grundbegriffe aus. Die im 19. Jahrhundert entwickelten Kategorien werden vielfach blindlings auf die Situation des 21. Jahrhunderts übertragen – so als habe es keinen Stalinismus, keine zwei Weltkriege und keinen Holocaust gegeben. Vermittelt über die Katastrophen des 20. Jahrhunderts rekonstruiert Jan Gerber stattdessen die Genese einiger der zentralen Marx’schen Begriffe und fragt davon ausgehend nach ihrer historischen Geltungskraft. Als Dreh- und Angelpunkt dienen die 15 Monate, die Marx zwischen 1843 und 1845 in Paris verbrachte. Denn in dieser Zeit entwickelte er die zentralen Begriffe seines Denkens: Marx traf als Radikaldemokrat in Paris ein und verließ die Stadt als überzeugter Klassenkämpfer und Kommunist.
Jan Gerber ist Historiker und Politikwissenschaftler. Neben „Karl Marx in Paris. Die Entdeckung des Kommunismus“ ist außerdem von ihm erhältlich: „Eine Prozess in Prag. Das Volk gegen Rudolf Slánský und Genossen“ und „Das letzte Gefecht. Die Linke im Kalten Krieg“.



Vereinte Nationen gegen Israel


Dienstag, 27.11.2018, 19:30

Kein anderes Land steht bei den Vereinten Nationen derart am Pranger wie Israel. Die Unesco und der UN-Menschenrechtsrat beispielsweise haben den jüdischen Staat in ihren Resolutionen häufiger verurteilt als alle anderen Länder dieser Welt zusammen. Auch die Generalversammlung der Uno beschäftigt sich in ihren Diskussionen weitaus öfter mit der einzigen Demokratie im Nahen Osten als etwa mit Syrien, Nordkorea oder dem Iran. Die UN-Frauenrechtskommission hat Israel unlängst als einziges Land für die Verletzung von Frauenrechten kritisiert, für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schädigt weltweit niemand die Gesundheit von Menschen und die Umwelt so stark wie der jüdische Staat. Und das sind nur einige wenige Beispiele von vielen. Ein Beschluss wie der UN-Teilungsplan von 1947, der die Grundlage für die Proklamation des Staates Israel bildete, wäre heute schlicht undenkbar.
Wie kommt es, dass sich der jüdische Staat derart im Visier der Vereinten Nationen und ihrer Untereinrichtungen befindet? Liegt das tatsächlich an Israel selbst – oder gibt es dafür womöglich ganz andere Gründe? Wie ist die Uno heute überhaupt aufgestellt und worin unterscheidet sie sich von früheren Jahren? Welches Verständnis von den Menschenrechten herrscht bei ihr und ihren Mitgliedern vor?
Alex Feuerherdt ist freier Publizist. Er schreibt für verschiedene Print- und Online-Medien zu den Themen Israel, Nahost, Antisemitismus und Fußball, unter anderem für die Jüdische Allgemeine, n-tv.de, die Jungle World und die Medienbeobachtungsstelle Naher Osten in Wien. Außerdem ist er Betreiber des Blogs Lizas Welt. Das Buch “Vereinte Nationen gegen Israel – Wie die Uno den jüdischen Staat delegitimiert” hat Feuerherdt gemeinsam mit Florian Markl (Wien) verfasst.


Veranstaltungsort: Café KoZ, Mertonstraße 26-28, Studierendenhaus der Universität Frankfurt

Veranstalter: Prozionistische Linke Frankfurt mit freundlicher Unterstützung des Referats für politische Bildung des AStA der Universität Frankfurt und dem Jungen Forum der DIG Frankfurt





Manfred Dahlmann

Wir trauern um unseren Freund und Genossen

Manfred Dahlmann

27.12.1951 – 24.12.2017



Buch & Kritik 2018.1

Wir müssen die Veranstaltung leider absagen, da Franziska Krah verhindert ist. Wir werden versuchen die Veranstaltung noch in diesem Semester nachzuholen!

Die Protokolle

Mittwoch, 25. April, 19:00 Uhr
Café KoZ, Mertonstraße 26-28, Studierendenhaus der Universität Frankfurt
"Die Protokolle der Weisen von Zion kritisch beleuchtet"
Buchvorstellung mit der Herausgeberin Franziska Krah (Mainz)

Beinahe drei Jahre arbeitete der Journalist und Autor Binjamin Segel (1866–1931) an der Entlarvung der Protokolle der Weisen von Zion, dem bis heute virulenten antisemitischen Verschwörungsphantasma. Mit seiner erschreckend aktuell gebliebenen Studie von 1924 gehört er zu den Pionieren einer Kritik des Pamphlets. Segel informiert darin nicht nur über dessen Entstehungs-­ und Verbreitungsgeschichte, sondern weist gleich­falls nach, aus welchen Quellen dessen Urheber schöpften, um den vermeintlichen Plan einer jüdischen Weltverschwörung zu spinnen. Nachdem Thomas Mann die Studie gelesen hatte, schrieb er Segel: "Ihr Buch zeigt mir, welch ein Aufwand von wissenschaftlicher Energie und Akribie sich immerhin empfahl, als es galt, dieser Legende endgültig den Garaus zu machen.“ (1926) Franziska Krah, Herausgeberin der Neuauflage, stellt Segels kritische Auseinandersetzung mit den Protokollen vor und äußert sich zur ungebrochenen Aktualität des antisemitischen Verschwörungswahns.

Veranstalterin: Prozionistische Linke Frankfurt in Zusammenarbeit mit dem Referat für politische Bildung des AStA der Universität Frankfurt und mit freundlicher Unterstützung des AStA der Universität Frankfurt.





Buch & Kritik 2017/18


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Donnerstag, 12.Oktober, 19:30 Uhr
Café KoZ, Mertonstraße  26-28, Studierendenhaus der Universität Frankfurt
"Der Wert und das Es"
Buchvorstellung mit Uli Krug (Berlin)

Man hat sich bereits allzu sehr daran gewöhnt, dass die Krise des politischen Bewusstseins viel tiefer reicht, als es die tatsächliche Krise politischer Repräsentation wie ökonomischer Reproduktion eigentlich rechtfertigt: Weltherrschaftsfantasien, Verschwörungsdenken, antiwissenschaftliche Affekte und Vernunftfeindlichkeit im allgemeinen - wenn man so wollte: das antisemitische Syndrom - haben das gesellschaftliche Denken bereits so stark affiziert, dass sie es im Grunde auch da noch bestimmen, wo man noch genügend Restvernunft besitzt, wenigstens die Exzesse dieses Syndroms zurückzuweisen.
Zu zeigen, dass diese Regression systematischen Charakter besitzt, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Charakterwandel der Gesellschaft und dem Wandel des gesellschaftlich vorherrschenden Charakters, ist Anliegen von "Der Wert und das Es". Das Buch schlägt vor, die vollendete Selbsttätigkeit des fixen Kapitals als das sozusagen äußere Es der Gesellschaft zu begreifen, als jenen Trieburgrund, der die Kontrolle des Individuums bricht, während im Inneren dieses entmachteten Individuums das Verdrängte die Kontrolle durchs Ich abschüttelt – also das innere Es Verhalten und Verstand regelrecht in seinen Dienst zu stellen beginnt.
Hierin dürfte der Grund dafür liegen, dass das krisenhafte Prozessieren des "automatischen Subjekts" letztlich in Kategorien infantiler Sexualtheorien - magisches Denken ist ihr Indikator ebenso wie die verallgemeinerte Feindseligkeit, die sich die Außenwelt prinzipiell nur als generalisierten Missbrauch vorstellen kann - erfahren und ausgedrückt wird.
Deshalb sind Marxismus und Psychoanalyse zwar epistemologisch grundverschieden und gehören trotzdem, sofern beide ihr jeweiligen kritischen Gehalt bewahren möchten, auf Gedeih und Verderb zusammen. Das gilt spätestens seit jenem Zeitpunkt, ab dem der Kapitalismus nur noch auf Kosten des von ihm einst mitgeführten äußeren wie inneren Fortschritts weiterzuleben vermochte und vermag; jenem Zeitpunkt in etwa, den Wolfgang Pohrt als den identifizierte, an dem das Kapital seinen historischen Gebrauchswert zerstörte. Und genau deshalb bedeutet Verzicht auf psychoanalytische Erkenntnis heute mehr denn je Verzicht auf Kritik überhaupt.


Die Antiquiertheit des Sexus

Mittwoch, 01.November, 19:30 Uhr
Café KoZ, Mertonstraße 26-28, Studierendenhaus der Universität Frankfurt
„Die Antiquiertheit des Sexus. Kindheit - Sprache – Geschlecht“
Buchvorstellung mit Magnus Klaue (Leipzig)

50 Jahre nachdem die Achtundsechziger-Bewegung die Einheit von sozialer, politischer und sexueller Revolution proklamierte, ist von diesem Versprechen so gut wie nichts mehr übrig, obwohl es weiterhin als Trademark diverser partikularer, sei es libertär-hedonistisch oder postfeministisch-sexpositiv daherkommender Gruppen fungiert. Unsystematisch und konstellativ sammelt "Die Antiquiertheit des Sexus" Überbleibsel des Glückversprechens der "freien Liebe" ein und fragt, wie es dazu kommen konnte, dass aus Bewegungen, die sich einmal die sexuelle Emanzipation auf die Fahnen schrieben, unter dem Label des Antisexismus islamsensible, zuverlässig misogyne und homophobe Zivilgesellschaftsverbände werden konnten. Im Mittelpunkt stehen bei der Beantwortung dieser Frage die Perhorreszierung kindlicher Sexualität, die die Geschichte des Bürgertums hindurch bis in die Zweite Frauenbewegung zu beobachten ist, und die Verdrängung des Leibes als Erinnerung an die erste Natur durch sogenannte Körpertechnologien, in denen die zur Totalität gewordene zweite Natur affirmiert wird.



Mittwoch, 08. November, 19:30 Uhr
Café KoZ, Mertonstraße 26-28, Studierendenhaus der Universität Frankfurt
"'Wenn wir dich eliminieren, verlieren wir nichts' - Zur Gesellschaftslehre des Kommunismus der Roten Khmer“
Vortrag von Jan Rickermann (Bremen)

In der von 1975 bis 1979 andauernden Gewaltherrschaft der Roten Khmer waren der politische Mord und der in Kauf genommene Hungertod großer Teile der Bevölkerung an der Tagesordnung.
Während die einen die Herrschaft der Roten Khmer als fatale Konsequenz jeglicher kommunistischer Befreiungsperspektiven interpretierten, erfreuten sich Teile der europäischen Linken, die sich bereits mit Bildern der chinesischen Kulturrevolution die Befreiung aus der entfremdeten westlichen Zivilisation herbeisehnten, an einer Bewegung, die dem Individualismus wie jeglichem Zeichen von 'westlicher Dekadenz' den Krieg erklärte.
Der Vortrag soll einen Blick auf die Konstituionsbedingungen der Staat gewordenen Bewegung und ihrer Ideologie werfen und dabei zeigen, dass es den Roten Khmer nicht um eine befreite Gesellschaft ging, in der "die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist" (Marx), sondern die blinde Kollektivierung als Gegenprinzip zum allseits verorteten Imperialismus gesetzt wurde.
Das der Autarkie verpflichtete Konzept eines 'nationalen Kapitalismus' wie es bereits von Khieu Samphan in seiner Dissertation vorgestellt wurde, diente hier als Antrieb einer nachholenden Industrialisierung sowie regressiver Krisenlösung, die versuchte, die vermeintlich produktive Arbeit gegen den 'Wucher' und 'unproduktive Gruppen' in Stellung zu bringen. Was das dann bedeuten sollte, mussten zunächst die Stadtbevölkerung und vor allem die in Kambodscha lebenden Minderheiten am eigenen Leib erfahren, die den Roten Khmer zum Opfer fielen.



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Donnerstag, 08. Februar, 19:30 Uhr
Café KoZ, Mertonstraße 26-28, Studierendenhaus der Universität Frankfurt
"Kritik des politischen Engagements"
Buchvorstellung mit Gerhard Scheit (Wien) 

Engagement für einen bestimmten Staat oder für bestimmte Verhältnisse innerhalb der Staaten im Namen des kategorischen Imperativs nach Auschwitz widerspricht dem politischen Engagement (das per definitionem einem ‚besseren‘ Staat, einem ‚menschlicheren‘ Kapital gilt), indem es allein ex negativo begründet wird. Ist in diesem Sinn dem kategorischen von Adorno ein praktischer Imperativ hinzuzufügen, könnte er lauten: Durchsetzung und Verteidigung der Vermittlungsformen, wie sie allemal dem Kapitalverhältnis Rechnung tragen – bürgerliche Grundrechte, rule of law, Gewaltenteilung, also Verhinderung des barbarischen, vorkapitalistischen Zwangs – niemals nur als Zweck zu begreifen, sondern jederzeit zugleich als Mittel, die Antisemiten, die Feinde Israels zu bekämpfen.


Veranstalterin: Prozionistische Linke Frankfurt in Zusammenarbeit mit dem Referat für politische Bildung des AStA der Universität Frankfurt und mit freundlicher Unterstützung des AStA der Universität Frankfurt




Wir trauern um unseren Freund und Genossen Ralf "Möfpf" Meyer!


Möfpf



Die Trauerfeier findet am Donnerstag, 23. Februar, 12:45 Uhr auf dem Hauptfriedhof, Eckenheimer Landstraße 194, in Frankfurt statt.

 


 

Prozionistische Linke Frankfurt auf Facebook



"Geschlecht & Familie"
- 5. Jahrestagung der Gesellschaft für Psychoanalytische Sozialpsychologie im Studierendenhaus der Universität Frankfurt, Mertonstraße 26-28, 01.- 03.12.17. [mehr]


"Angst erleben. Herausforderungen und Bewältigungsmöglichkeiten im pädagogischen Alltag
" - 17. Fachtagung des Frankfurter Abreitskreises für Psychoanalytische Pädagogik an der Universität Frankfurt, Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 11.11.17. [mehr]


"Überbrückungsarbeit und pädagogische Kreativität"
- Vortrag von Dr. Gabriele Frenzel. Veranstaltung des Frankfurter Arbeitskreises für Psychoanalytische Pädagogik im Sigmund-Freud-Institut, Myliusstraße 20, Frankfurt, 29.09.17, 19 Uhr. [mehr]


Nachruf Prof. Dr. Annelinde Eggert-Schmid Noerr
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"Nie wieder Judenhass! Am Israel Chai!"
- Kundgebung gegen die Konferenz "50 Jahre israelische Besatzung" im Ökohaus, Kasseler Straße 1a, Frankfurt, 09.06.17, 18:30 Uhr. [mehr]


"Trumps Amerika, Israel und das Unbehagen Deutsch-Europas"
- Veranstaltung der Gruppe Thunder in Paradise im Café KoZ, Mertonstraße 26-28, Frankfurt, 23.05.17, 19 Uhr. [mehr]


"Israeltag 2017"
- Veranstaltung von I Like Israel an der Hauptwache in Frankfurt, 23.05.17, 12 - 19 Uhr. [mehr]


"Entgleisende Kinder, rivalisierende Mitschüler, entmutigte Schulen? Inklusion auf dem Prüfstand."
- Vortrag von Bernadette Neuhaus. Veranstaltung des Frankfurter Arbeitskreises für Psychoanalytische Pädagogik im Sigmund-Freud-Institut, Myliusstraße 20, Frankfurt, 21.04.17, 19 Uhr. [mehr]


"Die psychoanalytische, therapeutische Arbeit an einer Schule für unbeschulbare Kinder und Jugendliche"
- Vortrag von Jochen Raue. Veranstaltung des Frankfurter Arbeitskreises für Psychoanalytische Pädagogik im Sigmund-Freud-Institut, Myliusstraße 20, Frankfurt, 17.02.17, 19 Uhr. [mehr]


"Mythos Aufklärung?"
- 4. Jahrestagung der Gesellschaft für psychoanalytische Sozialpsychologie im Studierendenhaus der Universität Frankfurt, Mertonstraße 26-28, Frankfurt, 02.12.16 - 04.12.16. [mehr]


"Beeinflussen Geschlechtsstereotype Leistung?"
- Vortrag von Johanna Hermann. Veranstaltung des Frankfurter Arbeitskreises für Psychoanalytische Pädagogik im Sigmund-Freud-Institut, Myliusstraße 20, Frankfurt, 04.11.16, 19 Uhr. [mehr]  


"Antisemitismus bei Hamas, Al Qaida und Islamischer Staat"
- Vortrag vo Michel Wyss. Veranstaltung des Jungen Forum der DIG Frankfurt in Raum PEG 1.G150, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, Campus Westend der Universität Frankfurt, 27.10.16, 19 Uhr. [mehr]


"Feindanalysen. Zur islamistischen Gewalt" -  Veranstaltungsreihe der Gruppe Thunder in Paradise im Café KoZ, Mertonstraße 26-28, Frankfurt, 18.10. - 08.11.16, 18 Uhr. [mehr]


"Der andere Kommunismus" - Veranstaltungsreihe der JungdemokratInnen / Junge Linke - Rheinland_Pfalz, Walpodenstraße 10, Mainz, 17.10. - 19.12.16. [mehr]



"Die kurdische Frage und Israel"
- Vortrag von Ali Ertan Toprak. Veranstaltung des Jungen Forum der DIG Frankfurt im Saalbau Gallus, Frankenallee 111, Frankfurt, 17.10.16, 19 Uhr. [mehr]


"Wie kritisch ist Critical Whiteness? Zur Kritik des neueren Antirassismus"
- Vortrag von Klaus Bless im Café Kurzschlusz, Kleiststraße 5, Campus der Fachhochschule Frankfurt, 11.10.16, 20 Uhr.

Vertreter der Critical Whiteness (CW), der Kritischen Weißseinsforschung, haben in zentralen Punkten Recht. So ist es wichtig, zu lernen, auch bei weißen Antirassisten vorhandene, oft unbewusste rassistischen Stereotype selbstkritisch zu erkennen und wahrzunehmen und nicht mit der bequemen Floskel, alle Menschen seien gleich und man selber habe mit rassistischen Einteilungen nichts zu tun, zu übertünchen.

Jedoch sind – im Gegensatz zum Anspruch der CW-Anhänger, etwas Neues in den antirassistischen Diskurs eingebracht zu haben – derartige Forderungen nach selbstkritischer Reflexion nicht ihre Erfindung, sondern waren zuvor schon Bestan...dteil der Rassismuskritik. Die Behauptung, bis dato übersehene Lücken und blinde Flecken im antirassistischen Diskurs erstmals sichtbar gemacht zu haben, dient den CW-Vertretern dazu, ihren Ansatz als originell zu verkaufen.

CW lässt sich zunächst einmal zugute halten, den Blick hierauf erneut geschärft zu haben. Doch bleiben einflussreiche Teile der CW nicht bei der Analyse subtiler rassistischer Strukturen stehen, sondern fallen im Gegenteil hinter die emanzipatorischen, herrschaftskritischen Ansätze des klassischen Antirassismus zurück: Sie führen durch die Hintertür biologistische Kategorien wieder ein. Weiße sind nach ihrem Verständnis an sich in einer privilegierten Situation. Ihnen wird das Recht abgesprochen, aus sich heraus eine kritische Position zum Rassismus einzunehmen. Die Definitionsmacht, was rassistisch ist und was nicht, wird ausschließlich Menschen nichtweißer Hautfarbe, den „People of Color“, zugestanden. Deren Definitionen dürfen nicht kritisch hinterfragt werden, Weiße müssen sich ihren Urteilen bedingungslos unterwerfen. Doch „People of Color“, etwa Flüchtlingsaktivisten, die mit der CW-Ideologie nicht vertraut sind und deren Jargon nicht kennen, werden ebenfalls gemaßregelt und auf die Sprachregelungen der CW verpflichtet.

Der Vortrag setzt sich vor allem mit dieser Rückkehr biologistischer Kategorien im Gewand des Antirassismus auseinander, als einem Rassismus mit umgekehrtem Vorzeichen. Diese Ausformung von CW wird als Neuauflage des Kulturrelativismus im modernen Gewand analysiert. Denn Kulturrelativisten schreiben bereits seit Jahrzehnten „nichtwestlichen“ Lebensweisen einen positiven Wert an sich zu, unabhängig davon, was diese Kulturen an Unterdrückungsstrukturen für ihre „ihre Mitglieder“ beinhalten.


Veranstalterin: S.I.C.K. / FH FFM, "autonome liste café kurzschlusz" mit freundlicher Unterstützung des Referats für politische Bildung des AStA der Universität Frankfurt und der JungdemokratInnen / Junge Linke - Rheinland_Pfalz.




"Der globalisierte Rückfall in die Mythologie und Perspektiven universaler Emanzipation im 21. Jahrhundert"
- Vortrag von Martin Dornis, Seminarhaus SH 1.105, Campus Westend der Universität Frankfurt, 21.07.16, 20 Uhr. [mehr]


"Das ideologiekritische Potential der Sirenenepisode"
- Vortrag von Micha Böhme, Seminarhaus SH 2.105, Campus Westend der Universität Frankfurt, 20.07.16, 20 Uhr. [mehr]


"Wer wandelt sich durch Annäherung?"
- Der Teheraner Antisemitismus nach dem Atomdeal. Vortrag von Andreas Benl im Café Kurzschlusz an der Fachhochschule, Kleiststraße 5, Frankfurt, 28.06.16, 20 Uhr. [mehr]


"Der ewige Sündenbock"
- Lesung mit dem Autor Tilman Tarach im I.G. Farben-Haus der Universität, Norbert-Wollheim-Platz, Frankfurt, 26.06.16, 19:30 Uhr. [mehr]


"4. Deutscher Israelkongress"
- Congress, Ludwig-Erhard-Anlage 1, Frankfurt, 19.06.16, 10 Uhr. [mehr]


"Mahnwache für die Opfer von Orlando" - Klaus-Mann-Platz, Frankfurt, 14.06.16, 18 Uhr. [mehr]


"Antisemitismus in Europa" - Veranstaltungsreihe der jungdemokrat_innen / junge linke - rheinland_pfalz in Mainz, 01.06.16 - 11.08.16, 19 Uhr. [mehr]


"Angst - Psychoanalytische Perspektiven"
- Aloys-Leber -Vorlesungen 2016 an der Universität Frankfurt, 18.05.16 - 29.06.16, 19 Uhr. [mehr]
 


"Geschlechterbilder - Empirische Forschung und psychoanalytische Betrachtung"
- Veranstaltung des Frankfurter Arbeitskreis für Psychoanalytische Pädagogik im Hörsaal des Sigmund Freud Institut, 27.05.16, 19 Uhr. [mehr]


"20 Jahre Bahamas"
- Jubiläumsparty in Berlin-Neukölln, 19.03.16, 21 Uhr. [mehr]


"RotZSchwul. Der Beginn einer Bewegung"
- Veranstaltung im Café Kurzschlusz der FH Frankfurt, 26.01.16, 20 Uhr. [mehr]


"Grenzen und Widerstände"
- 3. Jahrestagung der Gesellschaft für psychoanalytische Sozialpsychologie im Studierendenhaus des AStA der Universität Frankfurt, 11./12.12.15. [mehr]


"Unheimlich verlockend"
- Tagung des Frankfurter Arbeitskreis für Psychoanalytische Pädagogik an der Universität Frankfurt, 14.11.15, 9 Uhr. [mehr]


"Say it loud! Say it clear! Refugees are welcome here!"
- Veranstaltung der Projektgruppe M 16. Anschließend Soli-Party für das "Project.Shelter" im Café Kurzschlusz der FH Frankfurt, 16.10.15, 18 Uhr. [mehr]


"L'Allemagne? Plus jamais!"
(M. Dietrich) - Podiumsdiskussion mit Thomas Kieseritzky und Detlef zum Winkel. Anschließend: DJ-Kollektiv Baszshmoks. Café Kurzschlusz der FH Frankfurt, 02.10.15, 20 Uhr.

Für die offiziellen Feierlichkeiten anlässlich der sogenannten Wiedervereinigung, die dieses Jahr in Frankfurt stattfinden werden, hat man sich ein besonders zynisches Motto einfallen lassen: „Grenzen überwinden“: Den Flüchtenden nämlich, die unter Lebensgefahr die EU-Außengrenze zu überwinden suchen, steht eine europäische Abschottungspolitik im Wege. Wer den Weg nach Deutschland doch überlebt hat, erlebt einen deutsch - europäischen Hegemon, von Teilen dessen Staatsvolkes fast tagtäglich Asylbewerberheime angegriffen werden und dessen politische Klasse sich bemüht, das Asylrecht weiterhin samt den dazugehörigen ‚Objekten‘ hinter die Außengrenzen der EU zu ‚exportieren‘.
Fast zwangsläufig drängen sich hier Bilder aus der Zeit eines enthemmten, wiedervereinigten ‚Wir-sind-das‘–Volk nach dem Mauerfall auf: auch damals stand eine rassistische Pogromstimmung in Zusammenhang mit einem so genannten Asylkompromiss, und auch damals war es eine verschwindend kleine Minderheit, die sich gegen ein weltpolitisch erstarkendes Deutschland und gegen jeden positiven Bezug auf die Nation stellte.
Doch was hat Deutschlands gnadenlose Austeritätspolitik im Jahre 2015 mit der Furcht vor einem Vierten Reich zu tun, die die Radikale Linke auf der „Nie-Wieder-Deutschland“-Demo vor 25 Jahren in Frankfurt auf die Straße trieb? Kann man die Schlagworte Hoyerswerda und Lichtenhagen mit Freital und Heidenau in Verbindung bringen? Hat die von den Deutschen leidenschaftlich betriebene „Israelkritik“ etwas mit der neuen Identifikation mit der ‚wiedervereinigten‘ Nation zu tun?